Massaker auf den Philippinen
Eines der möglicherweise dunkelsten Kapitel der neueren Menschheitsgeschichte wurde am Montag, dem 25. November auf den Philippinen geschrieben. Dort gibt es zwei gewichtige Clans: den aktuell regierenden Ampatuan Clan, deren Patriarch Datu Andal Ampatuan zur Zeit das Gouverneursamt inne hat und der rivalisierende Mangudadatu Clan, dessen Politiker am besagten Tag Papiere für die neuen Gouverneurswahlen einreichen wollten. An das Ziel sind sie aber nie gekommen. Schier unglaublich und in diesen Zeiten unverständlich erscheint, was sich dabei zugetragen hatte.
Die Wagenkolonne wird bereits auf dem Weg von mehr als hundert bewaffneten Angreifern überfallen. Die Opfer werden geknebelt und mit gezielten Schüssen, ohne Rücksicht auf Verluste oder Menschenrechte, hingerichtet. 24 Leichen werden bei dieser schändlichen Attacke gezählt. Aber das ist bei weitem noch nicht alles. Die Polizei macht kurzzeitig darauf einen weiteren schrecklichen Fund. Weitere 15 Leichen, die bereits vergraben waren, werden entdeckt. 10 Journalisten und mehrere Anwälte sind unter den zahlreichen Opfern, was die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) zu folgendem Satz veranlasste: “Dies könnte das größte einzelne Massaker an Journalisten in der Geschichte sein”. Die Verdächtigungen gehen natürlich in Richtung Ampatuan-Clan, der sich die vorherrschende Macht im Staate nicht nehmen lassen will/wollte.
Neben den furchtbaren Morden liegt die Haupttragik natürlich am gesamten Tathergang. Es ist traurig, erschreckend und unglaublich zugleich, dass es im 21. Jahrhundert, im Jahrhundert der Gleichheit, der UNO, der Menschenrechte und des langsam wachsenden Friedens noch zu solchen Tragödien kommen kann. Der Frieden auf unserem Planeten ist gottlob in der Vorwärtsbewegung, er bahnt sich seinen Weg durch allerlei Widrigkeiten und hat sich auf dem Hauptteil der Erde eingenistet. Solange es aber Rückschläge wie das Philippinen-Massaker gibt, werden wir alle noch viel Arbeit vor uns haben, um die Welt zu einer wirklich besseren zu machen…

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